Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

87

kommt, immer mehr ſich kruͤmmt, ſetzten wir unſere Reiſe fort. Koturah, das letzte tuͤrkiſche Dorf, wird von einer Schutzſeſte beherrſcht. Durch enge Thalwindungen ging unſer Weg fort. Aber bisher wor in Kurdiſtan beiſpiellos, daß wir die Wege auf oͤffentliche Anſtalten gebeſſert ſahen. Der Fluß Koturah, zwiſchen den Fliven von Mahmudieh entſpringend, fließt in dieſer Thalſchlucht, wie ein reißender Bergſtrom, und fuͤhrt mineraliſches Waſſer. Bei Erweiterung des Thales fließt der Strom ruhiger, und bewäſſert die Ebene von Khoi. Kaum aus Ar⸗ meniens rauhen Gebirgen heraus, wird der Rei⸗ ſende angenehm uͤberraſcht. e Pappeln, und wie in den Luͤften ſchwebende Kuppeln kuͤnden die N aͤhe eines perſiſchen Dorfes an. Im Fruͤhlinge iſt die Luft mit den angenehmſten Duͤften durchwürzt, im Herbſt bringt die Erde Wein, Aprikoſen u. ſ. w. dar. Eine aumuthige und bluͤhende Sprache üͤberzeugt den Rei⸗ ſenden vollends, daß er an der Graͤnze eines buͤrger⸗ lichen gebildeteren Landes iſt.

Am 4. Mai fanden wir die Thore von Khoi ſorgfaͤltig beſetzt. Wir wurden unguͤnſtig empfangen; denn ich hatte kurdiſche Kleider an, und wir daher fuͤr Kurden gehalten.

XV. Die nicht alte Stadt Khoi hat regelmaͤfige Feſtungswerke, wenige bedeutende Haͤuſer, und von Bäumen beſchattete Straßen. Die Seelenzahl kan: