Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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bedeckt, und zehn Stunden in ſeiner Runde mit un⸗ geheueren grauen Lava⸗Bloͤcken umgeben, auf welchen die Heerden ein feines und ſeltenes Gras finden. Zu⸗ weilen ſprudelt unter dieſen Klippen kaltes, klares Waſſer hervor.

Am Fuße des Seiban⸗Dagh wohnen Jeſſi⸗ dis Ekurdiſche Horden), welche den Leufel anbeten. Sie tragen ſchwarze Kleider, und eine ſchwarze und rothe Kopfbedeckung. Schreiben und leſen zu lernen, iſt ihnen verboten; dafuͤr iſt aber Raub, Meuchel⸗ mord und Blutſchande erlaubt. Die Jeſſidis ſind den Perſern ein Graͤuel, weil ſie aber ſehr tapfer und kriegeriſch ſind, ſo ziehen ſie die kurdiſchen Fuͤr⸗ ſten gerne in ihr Gebiet.

Als wir in der Schlucht von Laſchkun in der daͤhe des See's Van gekommen, wand ein alter Ta⸗ tar, unſer Wegweiſer, einen Angriff der Jeſſidis durch einige Zechinen ab. Dbwohl di Gegend von Taſchkun wegen der Raͤubereien unſicher iſt, ſo wabfahrten doch viele Pilger zu dem muſelmaͤnni⸗ ſchen Kloſter ekich) daſelbſt. Die armen Moͤnche deſſelben fuͤhrten uns bis unweit Akhlet, einer ſehr alten Stadt am weſtlichen Ufer des See's Van, um uns gegen ſernere Anfaͤlle zu ſchuͤtzen. Kurden und Jeſſidis entfernten ſich bei ihrem Anblicke, und di⸗ Weiber kamen aus jhren Zelten und boten uns Milch an.