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Jenſeits des Kloſters mußten wir durch ein wil⸗ des unfruchtbares Land; dann kamen wir auf Anhö⸗ hen, wo ich zum erſten Male den See Van ſah. Er hat 90 Stunden(so Para zen) nach Hadſchi Kal⸗ fech im umfange, iſt„. Anhoͤhen mit Pappeln, Tamarinden, Myrthen und Lorbeer⸗Roſen umgeben. Mehrere gruͤnende Inſeln auf demſelben bewohnen ru— hige Siedler. Armenier und Kurden in Menge be⸗ wohnen ſeine Umgegend.
XIII. In Van angekommen, uͤherreichte ich die Briefe des Juſſuf Paſcha an den Feiz ullah, Paſcha von Van. Ich ward artig empfangen, und unter allerlei Vorwaͤnden bis zum z0. April aufgehal⸗ ten, nach welchem in wenigen Tagen der Paſcha er⸗ mordet wurde.
Die Stadt Van(Van heißt armeniſch Wohnung, feſter Platz, Kloſter) am oͤſtlichen Ufer des See's glei⸗ ches Namens, welcher bei den alten Geographen Ar⸗ ſiſſa heißt, und noch in Ardiſch, der Stadt, am noͤrdlichen ufer vorhanden iſt, hatziemlich gute Mauern mit Schießſcharten. Eine Beifeſte auf einem einzelnen hohen Felſen dient ihr zum Schutze. Die Anzahl der Einwohner, meiſtens Armenier, belaͤuft ſich auf 15— 20,000 Seelen. Schoͤne Gaͤrten mit zierlichen Luſthaͤu⸗ ſern umgeben die Stadt, und ſind, wie in Perſien, mit Lehmwaͤnden eingefaßt.
Der See Van iſt ſehr ergiebig an Fiſchen, welche,


