Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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zur Arbeit in die See⸗Zeughaͤuſer von Konſtantino⸗ pel. Obwohl der See Van ſchiffbar iſt, ſo haben die Atmenier im Schiffbaue es doch nicht ſo weit gebracht, daß ihre Schiffe nur dem mindeſten Sturme widerſie⸗ hen kopnen. Im Jahre 1806 waren nur 7s Kaͤhne mit Segeln auf dieſem kleinen Meere, welche kaum fuͤr den Handel nach der Stadt Bidlis genuͤgten. Sie liegt vier Stunden ſuͤdweſtlich vom See Van, und auf der ſuͤdlichen Ruͤckſeite der Nimrod⸗Berge, auf dem Wege von Erzerum uͤber Amadia, Erbil, Altun⸗Keupry und Kerkuk nach Bagdad. Sie iſt wegen ihres Handels mit ſehr geſchaͤtztem Rauchtabak bedeutend.

XII. Ueber die ſchroffen, ſtets mit Schnee be⸗ deckten Gebirge, welche eines der hoͤchſten Dafellaͤn⸗ der Groß⸗Armeniens bilden, ſiegen wir zu dem fuͤdlichen Suphrat⸗Arme, welchen die Tuͤrken Murad⸗Lſchai nennen, hinab. Dieß geſchieht zum Andenken Amurath's W., des Eroberers von Bagdad, und der Landſchaft Dſcheſſireh. Wir gingen dann bei Melez Gird uͤber eine Brucke, welche dieſer Herrſcher gleichfalls erbauen ließ. Die Stadt Melez⸗Gird, armeniſch Manaz⸗Gird, oder Manaraz⸗Gird(Manaraz⸗Stadt) auf Feuer⸗ bergen erbaut, iſt durch unterirdiſche Feuer zerruͤttet und halb zerſtoͤrt. Der Seiban⸗Dagh liegt zehn Stunden von ihr entfernt; er immer mit Schnee