2
In Kurdiſtan, einem Theile Armeniens, wob⸗ nen nomadiſirende, raͤuberiſche Kurden, deren S das große und volkreiche Betlis iſt.
Sie ſind vortreffliche Reiter, und ſchießen in voller Flucht mit verhaͤngtem Zuͤgel ihre Karabiner ruͤck⸗ waͤrts ab. Kurdiſtan, von Dſt nach Weſt durch das Gebirg Taurus durchſchnitten, hat ein gemaͤ⸗ ßigtes Klima, und mehrere volkreiche Staͤdte. Die in den Gegenden am See Wan werden von Arme⸗ niern bewohnt, welche daſelbſt auch mehrere Kloͤſter haben.
Die große Stadt Nakſivan iſt ſeit Schach Na⸗ dir's Zeit faſt ganz verfallen. Alle Einwohner ſind Chriſten.
Das alte Julfa,(Dſchulfa) am Fluſſe Ara⸗ res iſt ein bloßer Truͤmmerhaufe. Um der tuͤrkiſchen Armee alle Unterhaltungsmittel zu nehmen, verheerte Schach Abbas das ganze Land, und ließ die Ein⸗ wohner von Julfa nach Ispahan ziehen. Hier erbauten ſie dann die neue Stadt dieſes Namens, welche eine Vorſtadt von Ispahan ausmacht. An⸗ dere wurden nach Ghilan verpflanzt, um daſelbſt den Seidenbau zu treiben und dieſe Provinz zu be⸗ voͤlkern.
Der Armenier iſt gegen den, welchen er i falſch; gegen Fremde zuruͤckhaltend, von Natur geitzig, aus Sparſamkeit maͤßig, aus Eigennutz demuͤthig, und ſeinem Charakter nach verſtellt. In der Sitte iſi er


