Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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menier halten es fuͤr Pflicht, einmal in ihrem Leben dahin zu wallfahrten. Das Kloſter, in welchem der Pa⸗ triarch reſidirt,(Etſchmiazin) iſt ſehr groß. Er fuͤhrt ein eben ſo ſtrenges Leben, wie die Moͤnche; denn bei den Armeniern faſten die Geiſtlichen deſto mehr, je hoͤher ihre Wuͤrden ſind. Unter allen Chriſten glaubt wohl keine Sekte ſtaͤrker an die Wirkſamkeit des Faſtens, als die Armenier. Anch die beſchwerlichſten Neivn ſprechen ſie nicht von demſelben frei, und ſelbſt bei Kyankheiten machen ſie ſich ein Gewiſſen, es an den Vorabenden gewiſſer Feſte nicht zu beobachten.

Aus der Buchdruckerei zu Dreikirchen, deren Lettern aus Venedig gekommen ſind, werden blos Breviere und Kalender in das Licht gebracht. Die Armenier haben wenig hiſtoriſche Schriften, und ken⸗ nen faſt weiter nichts als die Bibel und Legenden von einigen Heiligen.

Der Berg Ararat, berühmt wegen der vorgeb⸗ lichen Niederlaſſung der Arche Noe's auf deſſen Gip⸗ fel, hat einen beſchwerlichen Zugang und einen allzeit mit Schnee bedeckten Gipfel. Er ſcheint in der Mitts großer Ebenen, welche rings um ihn ſind, ganz allein zu liegen. In der Gegend umher ſind mehrere Flö⸗ ſter, deren Moͤnche ſich viele Muͤhe geben, die Schwa⸗ chen zu ͤberreden, daß die Arche ſich jetzt noch auf dem Berge beſinde. Man muß ein Armenier ſeyn, um dieſe Fabel zu bi⸗ und dem Erzähler noch Geld zu geben.