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einen eizigen Fall ausgenommen, immer die Erlaub⸗ niß zur Abreiſe erhielt.
Da ich zu Konſtantinopel, wo mein Sekre⸗ tair mit vielen Sachen zuruͤckgeblieben war, noch Ge⸗ ſchaͤfte abzuthun hatte; da ſerner der Graf v. Mont⸗ morin meine ſchnelle Art zu reiſen kannte, und we⸗ gen des laͤngern Ausbleibens der Depeſchen vom Gra⸗ fen Choiſeul⸗Goußfier beunruhigt war, ſo ver⸗ traute er mir die ſeinigen an den Geſandten an, und gab mir die Koſten zur Reiſe. Hierauf ſchiffte ich mich den 26. April 1788 zu Marſeille ein, und erreichte unter vielen Beſchwerden Konſtantinopel. Hier ſtellte ich dem Grafen Chviſeul⸗Gouffier meins Depveſchen zu, und fragte ihn, ob er mir die Ant⸗ wort darauf anvertrauen wolle, welches er aber ab⸗ lehnte. Er machte mir auch Vorwuͤrſe, daß ich ſein Verhalten und ſeine Handlungen kritiſirt haͤtte.
um der langweiligen Seefahrt und der unange⸗ nehmen Quarantaine zu entgehen, beſchloß ich, zu Lande abzureiſen. Aus Haß verweigerte mir der Ge⸗ ſandte einen Reiſe⸗Firman von der Pforte. Er rieth mir, durch Bosnien nach dem venezianiſchen Gehiete zu reiſen. Da er aber an demſelben Tage die unziemlichſten Reden in Betreff meſner fuͤhrte, ſo wurde ich mißtrauiſch gegen ihn, und gab vor, zur See nach Smyrna, und von da nach Jtalien zu gehen. Der Graf war damit zufrieden, und gab mir zu verſteben, neue Ruͤckſichten wuͤrden ihm nicht er⸗


