Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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Hinſicht ihres Unterhaltes weit beſſer, als die Skla⸗ ven; denn er wirft ihnen oͤfters ganze Viertel von Schafen vor. Doch beſtraft er ihre Verbrechen manch⸗ mal auf die grauſamſte und naͤrriſchſte Weiſe. Als einſt eine Katze ein Kaninchen aus ſeinem Garten auf⸗ gefreſſen hatte, gerieth er in eine ſolche Wuth, daß er ſeinem Henkersknechte befahl, dieſes Thier durch alle Straſſen von Miquenez zu ſchleppen, daſſelbe ſcharf auszuveitſchen, und mit lauter Stimme zu rufen: So lohnt mein Herr die boͤſen Katzen! Nach dieſer Beſchimpfung wurde ihr der Kopf abgeſchlagen.

Die ungluͤcklichen Chriſten⸗Sklaven benutzt der Kaiſer zu ſeinen Bauden; um dieſe Elenden ja nicht muͤſſig bleiben zu laſſen, laͤßt er immer das wieder niederreißen, was ſie aufgebaut haben, ſich der Worte bedienend:Man druͤcke die Leute mit Arbeit, daß ſie zu thun haben, und ſich nicht kebren an falſche Rede! Die Gebaͤude, welche er errichten laͤßt, baben keine anderen Mauern, als einen gewiſſen Moͤr⸗ tel, welcher aus klein zerſtoßenem Kalk und ſandiger Erde, mit Waſſer vermiſcht, beſteht. Dieſes Gemiſche druͤcken die Sklaven zwiſchen zwei Brettern in ſolcher Weite von einander, als die Mauren dick werden ſol⸗ len. Backſteine werden bloß zu Thuͤrpfoſten und Schwel⸗ len gebraucht. Die Hoͤhe der Mauern iſt uͤberhaupt 20 Fuß.