Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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Seine Pferde(ihre Anzahl iſt 600) haͤlt der Kaiſer beſſer als ſeine Weiber und Beiſchlaͤferinnen. Ihre Staͤlle machen den ſchoͤnſten Theil ſeines Palaſtes, und beſtehen aus Reihen gewoͤlbter Gaͤnge. Durch die

Mitte dieſer Gallerien laͤuft ein Kanal reinen Waſſers

zum Traͤnken der Pferde, und neben demſelben ſtehen die Futterkaͤſten. Sie werden mit geſchnittenem Strohe gefuttert, welches mit ſuſſen Kraͤutern untermiſcht iſt; vor dem Maule haͤngt ein Buͤſchel Gerſte, denn es iſt weder Krippe noch Rauf vorhanden. Zur Streue die⸗ nen Saͤgſpaͤne; zwei Monate des Jahres hindurch er⸗ halten ſie, ſtatt der Gerſte, friſches Gras, werden der Hitze wegen mit ausgeſpannten Tuͤchern bedeckt, und bleiben waͤhrend dieſer Zeit ungeſtriechelt. Sie wer⸗ den taͤglich vom Kaiſer beſucht, und findet er nicht alles im gehoͤrigen Stande, ſo gibt es blutige Strafen.

Auch haͤlt der Kaiſer viele Maulthiere, einige Ze⸗ bra und viele Kamele, unter welchen ſich zwei weiße auszeichnen, die taͤglich mit Seife gewaſchen werden muͤſſen. Die Mohren beobachten genan die Tage, wie lange dieſe Thiere, wenn ſie geboren werden, die Au⸗ gen ſchließen, und behaupten, daß ſie den Tag uͤber ſo viele Meilen laufen wuͤrden.

An den Kaͤmpfen wilder Thiere untereinander, und mit Sklaven, ergoͤtzt ſich der grauſame Ismael ſehr. Auch iſt er ein großer Liebhaber von Katzen, deren er vierzig in ſeinen Staͤllen haͤlt. Sie befinden ſich in