Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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ner genauen Berechnung hat er ſeit ſeiner Thronbe⸗ ſteigung mit eigner Hand uͤber 20,000 Chriſten und Mohren niedergehauen. Bei der Hinrichtung ſeiner eigenen Kinder(ſeinen Sohn Malei ließ ervon dem Kopfe nach der Mitte des Koͤrpers entzwei ſaͤgen; einem andern Muley Muhamet die rechte Hand und einen Fuß abhauen, und zur Stillung des Blutes in ſiedendes Pech taugen) iſt er ſo fein, daß er den Henkern ihre Gottloſigkeit verweiſet, und ſie deßhalb auch oͤfters umbringen laͤßt.

Zu ſeinen vier rechtmaͤßigen Frauen hat er noch soo Beiſchlaͤferinnen aus allen Nationen; ſie wohnen innerhalb des Schloſſes zwiſchen einem Zwinger von dreifachen Mauern. Die unerhoͤrten Grauſamkeiten⸗ welche er in ſeinem Harem ſchon ausgeuͤbt hat, ver⸗ bietet die Schamhaftigkeit zu erzaͤhlen. Ohne Erlaub⸗ niß des Kaiſers duͤrfen ſie ihre Freundinnen nicht be⸗ ſuchen. Vierzehn dieſer Unglücklichen wurden, weil ſie einander heimlich zu beſuchen wagten, alle Zaͤhne ausgeriſſen. Die Anzahl der kaiſerlichen Kinder ſoll ſich auf 60o belaufen, zu welchen man die weiblichen nicht rechnen kann, weil ſie nach der Geburt gleich von den Hebammen erſtickt werden ſollen. Nur die Toͤchter ſeiner vier rechtmaͤßigen Gemahlinnen bleiben am Leben, und werden an die Scherife von Tafilet verheirathet.

Die Kinder des Kaiſers, welche ohne alle Erzie⸗

hung aufwachſen, begehen ungeſtraft alle Frevelthaten.