Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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Gaſtmaͤhlern bringen ſie immer mit Trinken und un⸗ ter froͤhlichen Geſpraͤchen hin, den Grundſatz befol⸗ gend: Erſt pflanzen, dann begießen.

Nicht minder gering, wie die Koſt, iſt auch die Kleidung der Habeſſinier. Nur die Vornehmen klei⸗ den ſich mit Seide; Wohlhabende und Prieſter mit Baumwollen⸗Zeugen. Die aͤrmere Klaſſe geht halb nackt oder nur nothduͤrftig mit Fellen bedeckt einher, was man jedoch auch an Vornehmen, ja ſogar au Prieſtern zu bemerken Gelegenheit hat. Nur Leute hoͤheren Ranges tragen eine Art von Beinkleid, die bis an die Fußſohlen reichen, und welche ſo ſpar⸗ ſam gefertigt ſind, daß ſie nur bis an die Knie, ſo weit ſie ſichtbar und von dem Dberkleide nicht bedeckt werden, von koſtbarem Stoffe ſind. Knaben und Maͤdchen gehen wegen Armuth und Waͤrme des Kli⸗ ma's bis zu ihrer Mannbarwerdung ganz nackt, wes⸗ wegen ſie den freilich auch erwachſen die Schamhat⸗ tigkeit wenig kennen. Weit mehr halten ſie auf den Schmuck ihrer Haare, welche ſie ungemein fleißig käͤmmen und ſalben nicht mit Balſamen oder koſt⸗ baren Delen, ſondern mit Butter. Die Aermlichkeit ibrer Wohnungen, die in bloßen Zelten oder Lehm⸗ büttchen beſtehen, kennen wir bereits.

Ihre Todten betrauern ſie auf eine hoͤchſt erbaͤrm⸗ liche Weiſe; graͤßlich ſchlagen ſie ſich auf Geſicht und Bruſt, und wenn ſie vollends den Tod irgend eines angeſebenen Mannes oder guten Freundes hoͤren, ſo