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Mit der Medizin ſteht es bei ihnen ebenfalls ſehr ſchlecht; jeder iſt ſich ſelbſt Arzt, und den Meiſten iſt es ſehr gleich viel, mit oder ohne Huͤlfe des Arztes zu ſterben. Selbſt bei Krankheiten des Koͤnigs erzaͤhlt nur einer oder der andere, wie er ſelbſt bei aͤhnlichen Krankheiten ſich wieder hergeſtellt habe.— Ihre Nat turlehre und Sternkunde iſt in einem wahrhaft naͤrri⸗ ſchen und laͤcherlichen Zuſtande; in der Matheſis ſind ſie faſt ganz unwiſſend.— unter den freien Kuͤnſten lieben ſie am meiſten die Poeſie; doch nur die hei⸗ lige. Ihre Gedichte ſind verſchiedener Art, und alle durch einen gewiſſen Rhythmus gebunden.
Uebrigens ſind die Habeſſinier, wie wir wiſſen, ſehr gelehrig, und deßwegen ſehr begierig nach Unter⸗ richt. Die Jeſuiten wurden beſtaͤndig von ihnen auf⸗
gefordert, ihre Knaben die lateiniſche Sprache zu leh⸗ ren, was dieſe jedoch unterließen, indem ſie in dem Vortrage der lateiniſchen Religion die zu große Ver⸗ ſchiedenheit der Amhariſchen von'derlateiniſchen Spra⸗ che vorgaben. Noch iſt hier zu bemerken, daß die ge⸗ meinen Habeſſinier einen Brief weder zu ſchreiben, noch zu ſchicken verſtehen, ſondern in einzelnen Di⸗ ſrikten ſind Schreiber angeſtellt, die ihre Kor⸗ beſorgen gegen einen angemeſſenen ohn.
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