Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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IV. B u ch. Noch einiges über Privat⸗Verhältniſſe der Habeſſinier.

I. Wiſſenſchaftlicher Zuſtand der Aethiopier.

Die aͤthiopiſchen Buchſtaben betreffend, behaupten Manche eine Aehnlichkeit derſeiben mit den heutigen hebraͤiſchen Buchſtaben, was aber gar nicht der Fall iſt. Hoͤchſtens kommen ſie mit letzteren in Hinſicht auf die Benennungen etwas uͤberein, gar nicht aber in Beziehung auf die Form. Deſto mehr Aehnlichkeit ſcheinen die aͤthiopiſchen mit den ſamaritani⸗ ſchen Buchſtaben zu haben, was ſich aus der Be⸗ trachtung beider Schriftformen ergiebt.

Was die Literatur und wiſſenſchaftliche Bil⸗ dung der Aethiopier uͤberhaupt betrifft, ſo finden ſich bei ihnen auber den heiligen, wenig Buͤcher. Ihre Studien beſchraͤnken ſich auf die Erlernung ihrer ge lehrten Sprachen und einiger Religions-Kenntniſſe. Die meiſten ſind zufrieden leſen und ſchreiben zu koͤnnen, und es ihre Kinder wieder zu lehren. Ge⸗ ſchriebene Geſetze haben ſie nicht; ihr Recht iſt Ge⸗ wobnheit und Sitte der Voraͤltern.