Teil eines Werkes 
2. Theil (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

in ſeinem Kerker die entſetzlichen Toͤne der Blutrich⸗ ter und ihrer Opfer dumpf vernahm und Martern uͤber alle Beſchreibung erduldete. Im Louvre ſelbſt

raſten die Furien des Mordes; uͤber zwei hundert

Edelleute, die ſich hineingerettet, fanden ihren Tod unter den Augen des Königs, welcher den auf die Ungluͤcklichen feuernden Schweizern ſtets zurief, keines Ketzers zu ſchonen. Erſt am Abend des folgenden Tages hoͤrte Theophile den Donner der Gewehre nicht mehr ſo laut. Da wurde ploͤtzlich die Thuͤre der Werkſtatt geoͤffnet und du Froiſſet erſchien, um den armen Gefangenen aus der peinlichſten Lage zu be⸗ freien.

Durch Bretano weiß ich Euren Aufenthalt, ſagte der Kammerherr;der Koͤnig hat Euer vergeſ⸗ ſen, nehmt dieſe Dienerkleidung und folgt mir raſch.

Charlot fragte nach ſeinen Angehoͤrigen, doch gab ihm du Froiſſet keine befriedigende Antwort und trieb ihn zur Eile. Bald war die Umkleidung voll⸗ endet und Charlot ſchritt hinter dem Kammerherrn her, deſſen Mantel, Degen und Dolch tragend. Der Hof verſammelte ſich eben, um das Wunder eines zum zweiten Male bluͤhenden Weißdornſtrau⸗ ches auf dem Kirchhofe der heiligen Innocenz zu beaugenſcheinigen, welches die Pfaffen als das Sym⸗ bol der wieder aufbluͤhenden wahren Kirche nach dem Untergange der Ketzer ausſchrieen, und wo ein un⸗ geheurer Menſchendrang war. Unter dem Schleier der Daͤmmerung und im Dienerrocke entkam Char⸗