fuͤrchtungen noch zu vermehren, kamen Briefe von der Buͤrgerſchaft zu Rochelle, worin ſie berichteten, daß die beiden katholiſchen Feldherrn, Strozzi und
Delagarde vor ihren Mauern ſtaͤnden, große Maga⸗
zine aufhaͤuften und ihren Soldaten ohne Hehl ſag⸗ ten, ſie ſeien zum Angriff der Stadt beſtimmt, wel⸗ che man ihrer Pluͤnderung ſchon Preis gegeben.„Al⸗ ter Freund,“ ſagte der Admiral laͤchelnd,„die Ro⸗ cheller haben alle etwas ſchweres dickes Blut, deshalb ſehen ſie am hellen Tage Geſpenſter. Glaubt nur, daß ich eines Beſſern uͤberzeugt bin. Solche Traͤume quaͤlen mich nicht; denn ich ſehe mit klaren Augen. Was fur Geruͤchte aber auch immer umgehen moͤgen, ich bin feſt entſchloſſen, hier zu bleiben, und mich eher durch die Straßen von Paris ſchleifen zu laſſen, als durch meine voreilige mißtrauiſche Entfernung von hier einen vierten Buͤrgerkrieg hervor zu rufen. Uund ſo haltet auch Ihr es, mein Freund! Laßt Euch nichts kuͤmmern. Der Koͤnig will uns wohl; krankt ihn nicht durch eine allzufruͤhe Abreiſe.“ Der Buͤr⸗ germeiſter ließ ſich bereden und blieb mit ſeiner Fa⸗ milie. An die Rocheller aber ſchrieb der Admiral, ſie moͤchten ſich nicht aͤngſtigen, jene Truppen wuͤrden bald eingeſchifft werden, ſie ſeien zwar zu einem Krieg, aber nicht gegen ſie beſtimmt.
Storchs Fanatiker. II.


