Teil eines Werkes 
2. Theil (1831)
Entstehung
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denn auch mir gefaͤllt es nicht ſonderlich hier, und nach unſerer Hochzeit werde ich mich ſchnell in meine Pyrenaͤen zuruͤckziehen, und meine guten Glaubens⸗ bruͤder wieder mit fort von hier nehmen.

Dir aber, meine geliebte Jeannette, wandte ſich Ceſar zu ihr,will ich ſtatt meiner die Schwe⸗ ſter zufuͤhren, die ſich ſo lange vergebens geſehnt hat, Dich kennen zu lernen. Sie iſt im Herzen eine aͤchte Calviniſtin geblieben. Er eilte jubelnd von dannen, und fuͤhrte ſchon am Abend deſſelben Tages die liebliche Louiſe in das Zimmer der Hof⸗ dame der verſtorbenen Koͤnigin von Navarra. Wie flogen die beiden unſchuldigen Herzen an einander, wie umfaßten, wie kuͤßten ſie ſich, gleich Schweſtern, die lange getrennt waren und denen nun ploͤzlich die Freude des Wiederſehens bereitet wird. Fand doch die liebenswuͤrdige Schmiedstochter in Louiſen nicht nur die langerſehnte gleichgeſtimmte Freundin, ſondern auch die geliebte Lehrerin Henriette verjuͤngt wieder; jene war als Gattin ihrer Jungfraͤulichkeit fremder geworden, zu Louiſen fuͤhlte ſie ſich vom Zauber heiligſter Unſchuld hingeriſſen. Jeannette erſetzte aber Louiſen ein langes ſtark gefuͤhltes Be⸗ duͤrfniß. Seit ihrer Entfernung aus Gaſtine's Hauſe hatte ſie einer Vertrauten, einer innigen Freundin entbehrt, oder vielmehr, ſie hatte ſolche noch niemals beſeſſen; nun war ſie gefunden, die Leere ihres Her⸗ zens ausgefuͤllt, und darum ſchloſſen Beide, vom erſten Augenblick ihres Zuſammenſeins, den feſteſten