Teil eines Werkes 
2. Theil (1831)
Entstehung
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kauft, vergiftet worden. Eine allgemeine Furcht vor einem ſchrecklichen Hinterhalt bemaͤchtigte ſich der Ge⸗ muͤther der Calviniſten, und viele beſchloſſen bei ſich, nicht nach Paris zu reiſen, um einem aͤhnlichen Schickſale zu entgehen. Henriette beſtuͤrmte vorzuͤg⸗ lich ihren Gemahl, mit ihr die Ruͤckreiſe nach Dou⸗ cerepos anzutreten; aber gerade er hielt es fuͤr heilige Pflicht, nach Paris zu gehen, um ſeine Schweſter aus einer gefaͤhrlichen Lage zu reißen. War ihm doch die Leidenſchaft des Prinzen Heinrich von Bearn fuͤr ſie bekannt, und man erfuhr bald, daß dieſer kurz nach dem Tode ſeiner Mutter unter dem Titel eines Koͤnigs von Navarra, den er ſogleich angenommen, in Paris angelangt ſei. Mußte dem liebenden Bruder nicht fuͤr das verlaſſene Mädchen bangen? Er ſetzte alſo den Vorſtellungen ſeiner Gemahlin die triftigſten Gruͤnde entgegen.

Mit der vom Hofe aus erfolgten offiziellen Mel⸗ dung vom Tode der Koͤnigin von Navarra, der An⸗ kunft des Koͤnigs, der Hoftrauer und der deshalb hinausgeſchobenen Vermaͤhlung bis zum 17. Auguſt gelangte noch die dringendſte Einladung an alle zu Chatillon verſammelten Proteſtanten und ein ei⸗ genhändiges Schreiben des Königs an den Admiral, worin er ihn erſuchte, ſeine Feindſchaft gegen das Haus Guiſe nun ganz fahren zu laſſen, weil ohne vollkommene Eintracht aller Großen die Kräfte des Staats nicht vereint auf das große Ziel, die Ver⸗ treibung der Spanier aus den Niederlanden, wirken