Teil eines Werkes 
2. Theil (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

——

Herr eines großen Vermoͤgens zum Admiral geeilt, weil er vernommen, daß auch die Rocheller nach Chatillon kommen wuͤrden, um ihn nach Paris zu begleiten.

Frohe Tage vergingen den verſammelten Freun⸗ den. Alle Leiden lagen ja nun hinter ihnen, vor ihnen aber breitete ſich die Zukunft wie eine ſonnen⸗ helle herrliche Landſchaft aus, und der truben Ver⸗ gangenheit wurde nur gedacht, um die freundlichen Gaben der Gegenwart mit deſto groͤßerer Wolluſt ge⸗ nießen zu können. Aber wie oft in das ſchonſte Schweizerthal die donnernde Lawine ploͤtzlich und un⸗ geahnet ſturzt und Hirten und Heerde verſchuttet, die Saat verwuͤſtet, die Wieſen verderbt, und all das warme Leben der Natur mit ihrer eiskalten Schnee⸗ huͤlle bedeckt und toͤdtet, ſo wurde die Freude der Verſammelten in Chatillon durch die Nachricht von dem ploͤtzlichen Tode der Koͤnigin Johanna von Na⸗ varra in Paris vernichtet und in die tiefſte Trauer verwandelt. Denn ſie, die hehre Frau, war allen mehr als Mutter geweſen. Ihren heftigen Gram uͤber das gottloſe Leben in Paris— ſo erfuhr man

in Chatillon— habe ein ſie kraͤnkender Zufall ſehr

vermehrt, und ſie ſogar auf das Krankenbette ge⸗ worfen. Nach ſechstägigem Krankenlager hätte ſie der Tod hingerafft. Bald kamen aber andere Ge⸗ ruͤchte, welche ausſagten, die Koͤnigin ſei durch den Geruch von ein Paar Handſchuhen, welche ſie kurz vorher von dem Parfumeur der Koͤnigin Mutter ge⸗