Teil eines Werkes 
2. Theil (1831)
Entstehung
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Weibe alle die Stellen beſucht hatte, wo ihre Her⸗ zen zuerſt an einander geſchlagen, da erheiterte ſich ſein Sinn wieder; aber doch vermochte der Ungluͤck⸗ liche das eine liebliche Bild, welches ſtets ſeine Seele erfullte und ihn marterte, nicht daraus zu verdrän⸗ gen, Louiſens Bild. Wie er auch ſich vor ſich ſelbſt anklagte, die Zärtlichkeit des liebenswuͤrdigſten Wei⸗ bes mit Verrath zu belohnen, ſein Hetz, berauſcht von ſuͤßem Liebesweine, den ihm die Huld der Gat⸗ tin reichte, lechzte, wie ein nimmer ſatter Zecher, nach verbotenem Trank.

Die Pflege der kleinen Henriette— Charlot hatte ſeinem Toͤchterchen der Mutter Namen gegeben — wurde Frau Joſephen anvertraut, die die Geſchick⸗ teſte dazu war. Sie uͤbernahm das Kind mit Freu⸗ den, und ſchien durch Liebkoſungen den Genuß je⸗ ner Gefuhle nachholen zu wollen, welchen ihr das Schickſal grauſam geraubt hatte. Mit Wehmuth nahm die zättliche Mutter von dem Kinde Abſchied.

In Chatillon trafen ſie viel Leben; eine Menge der ausgezeichnetſten und vornehmſten Calviniſten hatten ſich um den Admiral verſammelt, die den An⸗ kommenden alle ein freudiges Willkommen entgegen jubelten. Auch Chretien Gaſtine und George d'Ar⸗ mevall fielen Charlot an die Bruſt. Der erſtere lebte mit ſeiner Familie hier in Chatillon unter Co⸗

ligny's Aufſicht, und von ihm, der den talentvollen Jungling zum Krieger bildete, erhalten. Der Letz⸗ tere hatte ſeinen Pflegevater begraben und war als 11*