Teil eines Werkes 
2. Theil (1831)
Entstehung
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allen Herzen zu reißen, ihre geliebte Tochter dem ihr ebenfalls theuren Prinzen Heinrich zur Gattin zu geben.

Dem Admiral und dem Grafen von Naſſau eroff⸗ nete Biron noch insbeſondere als geheime Botſchaft des Koͤnigs, daß dieſer entſchloſſen ſei, die Kampf⸗ luſt ſeiner waffenfahigen Unterthanen nach außen, und zwar auf die Spanier in den Niederlanden zu lenken, und dieſe dort, bei der ausgebrochenen Re⸗ bellion der niederländiſchen Provinzen zu bekriegen. Er ließ den Admiral deshalb dringend erſuchen, mit dem Grafen von Naſſau ſo ſchnell als moͤglich an den Hof zu eilen, um ſich mit ihm üͤber die zu chuenden Schritte zu berathen.

Coligni war von dem Gedanken an einen Krieg gegen die wuͤthenden Spanier in den Niederlanden ganz begeiſtert, denn die Sache der Niederlaͤnder be⸗ trachtete er, wie die ſeinige. Naſſau reiſte deshalb auf ſeinem Betrieb ſogleich nach Blois, um die Aufrichtigkeit des Hofes zu erforſchen.

Nach einigen Wochen kehrte dieſer deutſche Prinz, entzuͤckt uͤber die gänzliche Sinnesaͤnderung der Mutter und des Koͤnigs, nach la Rochelle zu⸗ ruck. Man war geneigt, ſie dem Einfluſſe der jungen Gemahlin Karls IX. zuzuſchreiben. Der König von Frankreich war nämlich ſeit dem 10. November des vorigen Jahres mit Eliſabeth von Oeſterreich, der Tochter des deutſchen Kaiſers Maxi⸗ milians 1I. vermaͤhlt, und die junge Koͤnigin galt mit Recht fuͤr eine der edelſten, hochherzigſten Frauen.