Teil eines Werkes 
2. Theil (1831)
Entstehung
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erwiederte mit wehmuͤthiger, zitternder Stimme: „Verehrter Freund, ich dank' Euch fuͤr Euer Zu⸗ trauen. Aber ich ſchwur einſt vor Gott, nie eines andern Mannes zu ſein, als deſſen, welchem ich mein Herz geſchenkt habe. Mag er es nun zertre⸗ ten oder an ſich heranziehen, es bleibt ihm geweiht. Ihr ſeid viel zu edel, um mich zu einer Untreue an mir ſelbſt verleiten zu wollen. Dies Herz hat ſeinen Fruͤhling gefeiert, der kehrt ja doch nicht mehr zuruͤck. Nicht noch einmal koͤnnen Bluͤthen treiben. Ich werd' Euch ewig als meinen beſten Freund achten; begehrt nicht mehr von mir.“

„Ich verehre Eure große Seele!“ ſagte der Offi⸗ zier mit leiſer Stimme.„O daß ſolche ſeltene Treue auf Erden nicht belohnt wird! Deſto ſchoͤner wird ihr Lohn uͤber den Sternen ſein. Gehabt Euch wohl. Es iſt uͤberſtanden!“ Sie kehrten zur frohen Menge zuruͤck.—

Jeanette vermochte es in la Rochelle nicht lange zu ertragen. Nur zur Hochzeit ihres Bruders war ſie gekommen und die Vorfälle waren nicht geeignet, ſie laͤnger zu halten.

Am andern Tage reiſte ſie wieder nach dem Schloſſe ihres Bruders ab; ihre Sehnſucht nach Frau Jo⸗ ſephen, die nicht zu bewegen geweſen war, wieder nach la Rochelle zu kommen, und in das Haus zu treten, aus welchem man ſie einſt ſo grauſam ver⸗ ſtoßen hatte, diente zum Vorwande der ſchnellen Entfernung; Charlot waͤhlte d'Armevall zu ihrem