„Es ziemt dem Oberhaupt der Calviniſten nicht, edler Prinz, die Toͤchter ſeiner Glaubensgenoſſen alſo zu umſtricken. Dies Maädchen iſt die verlobte Braut eines Andern, und wäre ſie es nicht, was wollt Ihr von ihr?“ ſagte der Offizier ſtreng aber ehrerbietig.
„Wie koͤnnt Ihr wagen, mich uͤber mein Be⸗ tragen zur Rechenſchaft ziehen zu wollen? Wer erlaubte Euch, in dieſes Zimmer zu treten?“ fuhr Heinrich hitzig auf.
„Ereifert Euch nicht, edler Herr,“ verſetzte George in ſeinem ſich gleichbleibenden Tone.„Ich war eher in dieſem Zimmer als Ihr, und hatte als Gaſt dieſes Hauſes daſſelbe Recht zum Eintritt, wie Ihr. Rechenſchaft uͤber Euer Betragen von Euch zu verlangen, iſt mir nicht eingefallen. Ich fordere nur Achtung von Euch vor der hohen, edlen Jung⸗ fraͤulichkeit und dem tiefen Schmerze dieſes Mäd⸗ chens, den Ihr durch die Verletzung jener auf's Aeußerſte treibt. Theophile Charlot iſt mein innig⸗ ſter Freund und der Bruder dieſes Maͤdchens; dies wuͤrde mir die Pflicht auferlegen, ſie zu ſchuͤtzen, kaͤme dies nicht ſchon von ſelbſt jedem ritterlich ge⸗ ſinnten Manne zu. Wollt Ihr aber dennoch mei⸗ nen Schutz nicht gelten laſſen, ſo folgt mir zu Char⸗ lot und Eurer Mutter, ſie ſollen entſcheiden zwiſchen mir und Euch.“
Das Gewicht dieſer Namen und die ſtrenge Beſtimmtheit, mit welcher der Offizier ſprach, nah⸗


