Teil eines Werkes 
2. Theil (1831)
Entstehung
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Schwermuth ſelbſt in dieſen Stunden nicht ganz zuruͤck. Die Sonne aber, um die ſich dieſe ganze Welt drehte, war der liebenswuͤrdige, heute vorzug⸗ lich anmuthige und leutſelige Prinz von Navarra. Seine ſpater— ſei es auch nur durch die bekannte Gabriele d'Eſtrées— ſo beruͤhmt gewordene Neigung zum ſchoͤnen Geſchlecht, bildete ſich damals zuerſt aus, und die Reize der herrlichen, ſchwermuͤthigen Schmieds⸗ tochter ſetzten ſein Herz an jenem Abend in lichte Flammen. Er fuͤhrte die Schuͤchterne, die der Hef⸗ tigkeit des vornehmen, von Huldigungen umſchmei⸗ chelten Prinzen nur wenig Widerſtand entgegenſetzen konnte, in ein einſames Zimmer, wo einige Kerzen faſt herabgebrannt warenz es war zufallig Jean⸗ nettens Wohngemach. Hier zog er ſie in einen hohen Lehnſeſſel und machte ihr feurige Liebeserklä⸗ rungen, die die verſchaͤmte, erſchrockene Tochter der Niedrigkeit nur mit verwirrten, auf den Boden ge⸗ hefteten Blicken und der brennenden Glut ihrer Wangen beantwortete. „Und Du ſchweigſt auf dies Ales, Holdeſte Deines Geſchlechts?“ fragte Heinrich, als der liebe⸗ feurige Strom ſeiner Rede verronnen war, und ein leiſer Vorwurf ſtahl ſich in den Ton ſeiner Stimme. nWas wollt Ihr von mir, edier Herr?“ fragte das Maͤdchen endlich gefaßt. „Liebe! Nichts als Liebe, ſuͤßes Kind.“ „Ihr werdet einſt Koͤnig von Navarra heißen, ich bin die Tochter eines Schmieds.“