Teil eines Werkes 
2. Theil (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

——

„Du haſt Recht; ich achtete ihn nur!“ ſeußzte Joſephe.„Aber vielleicht lernſt Du einen edeln, ſtillen, frommen, beſcheidenen Mann lieben. Ich meine meinen Bruder, Jeannette.“

Betroffen ſtand dieſe ſtill, dann ſagte ſie be⸗ ſtimmt:„Ich achte ihn hoch, werde ihn ſtets achten; lieben kann ich ihn nie, und nie ſeine Gattin heißen.“ Beide ſchwiegen und kehrten nach dem Schloſſe zu⸗

ruͤck. Frau Dallain vermochte ihrem geliebten Bru⸗

der auch nicht einen Schimmer von Hoffnung zu geben. Sie konnte es daher nicht tadeln, daß er nach eingelaufenen Nachrichten vom Hugenottenheere wieder zu demſelben zu ſtoßen ſich entſchloß. Man vernahm naͤmlich durch geheime, von d'Armevall ausgeſandte Botſchafter, daß der Admiral mit den beiden Prinzen ſich nach dem Falle von St. Jean d'Angeli, wo der Herzog von Anjou an der Spitze des koͤniglichen Heeres eben keine große Belagerungs⸗ kunſt entwickelt und dadurch den Hugenotten Zeit, ſich zu erholen, gegoͤnnt hatte, nach Montauban be⸗ geben, und dort ein neues calviniſtiſches Heer werbe, und den Krieg in Languedoc und der Gascogne fortſetzen wolle. D'Armevall ſchied alſo ſchwermuͤthig von dem ihm ſo theuren Menſchen, um ſich von Neuem dem zweifelhaften Kriegsgluͤck anzuvertrauen. Er wuͤnſchte im Gewuͤhl der Schlacht den Tod zu finden.

Der Winter ging den Zuruͤckgebliebenen ſtill voruͤber, man vernahm von einzelnen Waffenthaten