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zu jung und dem Hauptmann zu eifrig ergeben, um pſychologiſche Betrachtungen anſtellen zu koͤnnen. Jeannette lebte in der ſtillen Trauer ihrer Liebe und nur Joſephe's freiem Blick war es allein vergoͤnnt, in des Bruders Herz zu ſehen und darin eine trube Stimmung wahrzunehmen; bald ahnete ſie auch den Grund derſelben. Es wurde ihr klar, daß er Jean⸗ netten liebe und der Macht dieſer Leidenſchaft ſich ganz hingebe. An einem heitern Spaͤtherbſttage, welcher recht geeignet war, ein zartes Gemuͤth mit ſtiller Wehmuth zu erfuͤllen, und einem verwundeten die Erinnerung an ertragene Schmerzen recht leben— dig zu machen, und alle laͤngſt verrauſchten Stuͤrme noch einmal als ſuͤßes Trauerlied an die Saiten des innern Harfenſpiels anzuklingen, in den Nachmit⸗ tagsſtunden eines ſolchen Abſchiedsfeiertages der Natur wandelten Joſephe und Jeannette Arm in Arm am
Ufer des Fluſſes in den romantiſchen Umgebungen des Schloſſes, auf den gegelbten Wieſen und in dem entblaͤtterten Haine. Mehr als je waren ihre Herzen zur gegenſeitigen Mittheilung geneigt, es wehte ihnen ſo wehmuͤthig ſuß von außen entgegen und der trauernde Genius vergangener Tage ſtieg aus der ſterbenden Natur vor ihren Blicken herauf. Alles um ſie mahnte ſie, wie kurz und hinfallig die irdiſche Freude ſei, wenn nicht eine aͤthe⸗ riſche Flamme ſie durchgluͤhe, wie das Leben ſelbſt zum hohlen, bedeutungsloſen Nichts zuſammenſinke, wenn es nicht eine höhere, uͤber Raum und Zeit hinaus⸗


