Teil eines Werkes 
2. Theil (1831)
Entstehung
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ertrug ihre Launen mit Geduld, denn wenn ſie ſelbſt oft einſah, wie ſehr ſie mich plagte, behandelte ſie mich dann Tage lang mit viel Liebe. Sie hatte zwei Soͤhne und zwei Toͤchter. Der aͤlteſte war ein edler Menſch; er bemitleidete mich oft und ſeine Theilnahme that mir ſehr wohl. Er ſtand in ſeinem drei und zwanzigſten, ich in meinem neunzehnten Jahre. Noch war mir kein Mann nahe getreten, noch hatte mein Herz nicht das gefaͤhrlichſte aller Gefuͤhle in ſich aufgenommen. Da mußten ſich Mitleid nnd Dankbarkeit begegnen, um—“

3 weites Kapitel.

Wer reitet ſo ſpät durch Nacht und Wind? Göthe.

Ein lauter, ſtarker Ton der Hofglocke, welche an der Pforte der Mauer gewaltig gezogen wurde, unterbrach die Exzaͤhlerin. Erſchreckt fuhren Alle in die Hoͤhe, ſich mit Blicken und Worten fragend, was dieß nach Mitternacht zu bedeuten habe. Kaum aber hatten ſie ſich einigermaßen geſammelt, als der Klang ſich noch heftiger wiederholte. D'Armevall ſchnallte ſein breites Bandelier mit dem Schwerte um, griff nach ſeiner Lanze, ſtuͤrzte den langkrempi⸗