Teil eines Werkes 
2. Theil (1831)
Entstehung
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jetzt Niemand wieder bekuͤmmert hat, und eilt in das abgelegene, verſteckte Kabinet. Aber wie erſtaunt

er, als er dort Chretien nur nothduͤrftig gekleidet

am Bette ſeines Freundes ſitzend findet. Der ſelbſt noch nicht geneſene Juͤngling hält Charlots Hand und bedeckt ſie mit Thränen, er beobachtet mit ſtar⸗ ren Blicken die Zuͤge des Kranken, er lauſcht mit geſpannter Aufmerkſamkeit auf jedes ſeiner unzuſam⸗ Worte, er iſt ſo vertieft in das An⸗

en ſeines väterlichen Freundes, in den Schmerz uͤber deſſen Leiden und in die durch Alles durchſchim⸗ mernde Freude des Wiederſehens, daß er Georges Eintritt nicht bemerkt. Aber auch dieſer vergießt ein Paar ſtille Thraͤnen uͤber ſolche Treue und Anhaͤng⸗ lichkeit, ſchleicht hinzu, und legt ſeinen Arm ſanft an des Juͤnglings Nacken mit den Worten:Chre⸗ tien, was habt Ihr uns gethan? Warum fluͤchtet Ihr heimlich von Eurem Lager und ſetzt uns Euret⸗ wegen in ſo große Angſt?

Ich konnte das Leben ohne meinen Wohlthäter nicht laͤnger ertragen, verſetzte der Juͤngling,und da ich ſtets in der peinlichſten Ungewißheit ſchwebte, ob Charlot noch lebe oder nicht, ſo entſchloß ich mich durch eigne Anſchauung mich zu uͤberzeugen. Ver⸗ gebens hatte ich Pierre ſchon mehrmals gebeten, mich hieher zu fuͤhren. So wollte ich denn Euch nach, als Ihr uns verließet und Pierre eingeſchlafen war.

Aber wie kamt Ihr von mir unbemerkt in das Kabinet?

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