Teil eines Werkes 
3. Band (1866)
Entstehung
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182 geiſtige Entwickelung der Völker ſchreitet unaufhaltſam vorwärts und die Geſchichte der letzten Jahre muß in den Nationalitäten Heſterreichs einen mächtigen Gedanken mehr und mehr wachgerufen haben. Kein Volk iſt ganz gut, aber auch keins iſt ganz ſchlecht. Der Walache und der Serbe ſtehen den Magharen und Polen an Tapferkeit nicht nach. Der Deutſche meiſtert ſie in Intelligenz, Fleiß und Geſittung, der Czeche und der Slowake übertrifft ſie in vielen ſchätzbaren Tugenden des Friedens. In der endlichen Erkenntniß des gemeinſamen Intereſſes werden dieſe Män⸗ ner einig werden, und wenn die Todtenglocke Ungarns im Stande war, dieſe Erkenntniß wachzurufen, wenn auf dem großen Friedhofe der ungariſchen Berge und Haiden die feindlichen Stämme ſich die Hände reichen zur Verſöhnung, zur Erkenntniß und Vereinigung, dann hat Ungarn nicht umſonſt geblutet, dann hat es durch ſeinen Untergang Größeres für die Menſchheit geleiſtet, als es im Siege je zu leiſten vermocht hätte.

Kaum hatte Edmund dieſe Worte geſprochen, als Veronika und Smiljana, die Hände voll Alpenveilchen, in freudigſter Haſt herbeieilten unter dem wiederholten Rufe: Alpenglühen! Alpenglühen!

Auf dieſe Mahnung eilten alle nach dem nahegele⸗ genen Ufer des Königſees.

Und die Zinnen und Kronen der himmelhohen Felſen⸗