Teil eines Werkes 
3. Band (1866)
Entstehung
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Doch das Mädchen ſträubt ſich, alſo ſprechend: O führwahr, Ihr dreißig wackern Helden, Dienerin zwar bin ich Euer aller, Doch nur eines Liebchen kann ich werden. Nur des einen, der in Schmuck und Waffen, Angethan mit ſeinem Diwanmantel*), Von dem einen Ufer bis zum andern Durch der Donau dunkle Fluten ſchwimmt, Deſſen treues Liebchen will ich werden.

Doch geſenkten Haupts die Helden alle Blicken ſchweigend auf den ſchwarzen Boden, Nur nicht Radoitza der Beherzte. Hurtig ſpringt er auf die ſchnellen Füße, Gürtet ſich mit ſeinen blanken Waffen, Hüllet ſich in koſtbare Gewande, Wirft darüber ſeinen Diwanmantel, Und ſo ſtürzt hinab er in die Fluten.

Bald von einem Ufer bis zum andern Hat der kühne Schwimmer ſie durchmeſſen. Doch von jenſeits ſich zur Heimkehr wendend Taucht er plötzlich unter in die Wellen; Nicht alſo, weil ihm die Kraft berſagte, Sondern um das Liebchen zu verſuchen,

Ob er ſich ein treues Weib erwärbe.

Unterſinken ſieht ihn die Geliebte, Sieht's und eilt und wirft ſich in die Fluten.

Eilig taucht der Jüngling aus der Tiefe und durchſchneidet raſch die dunklen Wellen,

*) Der Mantel, den man in Serbien in der Rathsberſammlung trägt.