Teil eines Werkes 
2. Band (1866)
Entstehung
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zu wünſchen übrig, obſchon das Schäfchen die Augen noch immer nicht aufthun will.

Und fort ging's auf den dahinbrauſenden Roſſen, daß der Boden dröhnte und der Stauh hoch aufwirbelte. Es war, als wenn den flüchtigen Serben die ungariſchen Huſaren ſchon auf den Hacken ſäßen.

Als Veronika aus ihrer langen Ohnmacht erwachte, fand ſie ſich in einem geräumigen Gemach auf einer Bärenhaut liegend. Der Centurio ſaß neben ihrem Lager und verwandte kein Auge von dem ſüßen Antlitz. Während die Ohnmacht das Mädchen noch umfangen hielt, hatte er wiederholt leiſe die Hand auf die Bruſt deſſelben gelegt, um ſich zu überzeugen, ob noch Leben in der ſchönen Hülle vorhanden ſei. In dem Innern des ſonſt ſo eiſernen Mannes war beim erſten Anblicke Veronika's eine merk⸗ würdige Veränderung borgegangen. Er hatte in ihren Zügen eine ſeltſame Aehnlichkeit mit ſeiner Tochter Alohſia gefunden. Dieſe wunderbare Fügung des Schickſals hatte den tiefſten Eindruck auf das Gemüth des wilden Krie⸗ gers hervorgebracht.

Wie fragte er ſich,wäre es ein Wink von oben? Soll mir für die verſtorbene Tochter deren Ebenbild ge· geben werden? Sind es nicht die Augen, iſt es nicht der Mund, die Stirn meiner Aloyſia? Nur

bei weitem ſanfter und herzgewinnender iſt der Aus⸗ Stolle, Von Wien nach Vilagos. 1. 11