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den Wellen hinabgetragen. Kein Singvogel wagt ſich in dieſe unwirthbare Stätte, kein Raubvogel ſchwebt über dieſen Schluchten; nur ſelten durchirrt ein Schmet⸗ terling oder Käfer dieſe Einöde. Keine Alpenmatte er⸗ quickt das Auge. Nur das Rauſchen des Wildbachs und ver⸗ einzelte Alpenpflanzen am ſteinigen Bachufer erinnern daran, daß noch nicht alles Leben erloſchen iſt. Inmitten des Bachs haben ſich Felsblöcke eingeniſtet, die von den himmelhohen Höhen herabgeſtürzt ſind. Plötzlich lichtete ſich der Nebel im Nordweſten. Langſam, feierlich zer⸗ floſſen die Dunſtmaſſen. Ein grüner Fleck tauchte wie ein rieſiger Edelſtein auf. Bald leuchtete zitternd ein Krhſtall hindurch, ein glitzernder See. Die grüne Haſe wuchs an; allmälig ſchloß ſich ein freundliches Alpen⸗ thal auf Köſtliches, ſaftiges Wieſengrün, ſchimmernde Seen, weidende Heerden, alles vom Sonnenſchein mär⸗ chenhaft verklärt. Die Felſen ſelbſt ſchienen in ſanfter Beleuchtung ihren finſtern Unmuth vergeſſen zu haben. Wie hingezaubert lächelte dieſes Bild des Friedens, und ſo ſtill, ſo heimlich ſtill! Kein Blöken der Heerden drang herauf, kein Glockengeläut. Kein Horn, kein Ruf des Hirten, kein Gebell der Hunde, kein Schuß ſtörte die ahnungsvolle Stille. Mit verhaltenem Athem lauſch⸗ ten wir, als fürchteten wir, dieſe ſo liebliche Schöpfung zu verſcheuchen, welche wie ein holder Traum vor unſerer


