Teil eines Werkes 
2. Band (1866)
Entstehung
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die Beleuchtung der Puſzta und die Farbe des Himmels. Kein Maler vermag die Zartheit der Tinten, in welchen all⸗ mälig die Ferne verſchwimmt, wiederzugeben.

Endlich verfinkt die Sonne, ein blutrother Rieſen⸗ ball, in einem geſpenſtigen, fahlen und glutrothen Meere. Die Dämmerung bricht an.

Jetzt ſchleichen aus dem Meere kühle Schatten Und leichte Nebel über's Haideland.

Es wird Nacht und mit einem Male bietet die Steppe ein anderes überraſchendes Schauſpiel. Bei allen Hürden, ſoweit das Auge reicht, ſteigen flackernde Feuer auf. Bis zum fernſten Horizont ſieht man ſie leuchten. Die Hirten bereiten und verzehren ihr Nachtmahl. Kühe und Mutterſchafe werden gemolken, und nachdem Alles beſorgt iſt, beſuchen ſich die Nachbarn plaudern oder ſpielen um das Feuer gelagert. Zuweilen erzählt auch der Ober hirt uralte Sagen und Mären: wie die Magyaren einſt in die jetzige Heimat eingewandert und ſich mit dem Schwerte ihre neuen Wohnſitze erkämpft haben, Züge aus dem Leben des unvergeßlichen Matthias des Ge⸗ rechten und anderer großen Helden der Vorzeit. Ringsum herrſcht tiefes Schweigen, wenn der Oberhirt erzählt, und keiner der Zuhörer wagt ihn zu unterbrechen. Erſt ſpät in der Nacht endet oft ſeine Erzählung, dann ſucht Jeder ſein Ruhelager.