Teil eines Werkes 
1. Band (1866)
Entstehung
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Wiener Nationalgarde ſich ſtark genug fühle, die Ruhe aufrecht zu erhalten. Die Antwort lautete wenig befrie⸗ digend. Hierauf erklären die Miniſter ihre Vollmacht in die Hände des Kaiſers niederlegen zu wollen, worauf man ihnen ſeitens der Deputation erklärt, daß man für dieſen Fall nicht eine Stunde für die Ruhe der Stadt ſtehen könne.

Indeſſen brandet die Ungeduld des Volks lauter und lauter auf den Straßen. Auch die Arbeiter haben ſich erhoben und Maſſe an Maſſe drängt ſich bis zum äußerſten Thor am Michaelisplatze. Der Kohlmarkt, der Graben, der Stephansplatz befinden ſich in vollem Aufruhr und das Volk wird von der Nationalgarde und akademiſchen Legion nur mit großer Anſtrengung von Exeeſſen zurückgehalten.

Die Miniſter ziehen ſich zu nochmaliger Berathung zurück. Nach kurzem Zeitraume beginnen die Verhand⸗ lungen mit den Deputirten zum dritten Male, doch kaum ſind die erſten Worte gewechſelt, als ein Abgeord⸗ neter des Centralvereins athemlos hereinſtürzt.„Es iſt Alles zu ſpät“, ruft er,„das Volk reißt das Pflaſter auf und beginnt Barrikaden zu bauen. Die Zeit iſt vor⸗ über zu einzelnen Bewilligungen. Es bleibt jetzt nur ein Ausweg: die Berufung eines verfaſſungsmäßigen Reichs⸗ tags.“