und beſetzt das Glacis. Die Gruppen des Volkes ſchwel⸗ len zu Maſſen an. Furcht, Argwohn und Aufregung bemächtigen ſich der Gemüther. Gerüchte, wahre wie übertriebene, ſteigern die Leidenſchaften. Indeſſen hat der Centralverein eine Rieſenpetition entworfen, welche binnen kurzem mit fünfzigtauſend Unterſchriften bedeckt iſt. In den erſten Stunden des Nachmittags wirbelt von neuem der Generalmarſch der Nationalgarde. Man eilt auf die Sammelplätze. Es geht ein Gerücht, daß ein blutiger Zuſammenſtoß des Volks mit dem Militär ſtattgefunden habe. Zugleich heißt es, daß die Aufhebung der akade⸗ miſchen Legion von dem Miniſterium beſchloſſen ſei. Da ziehen Compagnien der Nationalgarde vor die Aula unter dem Rufe:„Wir ſtehen und fallen mit Euch!“ Alle Läden ſchließen ſich. In ungeheuern Maſſen zieht die Bevölkerung aus allen Ständen durch die Straßen. Die akademiſche Jugend brennt vor Begier, ſich zu ſchlagen, und wird von den beſonnenern Führern nur mit Mühe zurückgehalten.
Man beſchließt eine Deputation an den Miniſter⸗ rath mit dem Geſuch, die Truppen zurückzuziehen.
Die Deputation begibt ſich nach der böhmiſchen Hofkanzlei. Kein Miniſter iſt hier zu finden. Die Mi⸗ niſter, heißt es, halten Berathung in der kaiſerlichen Burg. Die Deputation begibt ſich dorthin.


