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bald nur noch zwei Gewalten in Wien: das machtloſe Miniſterium als Titulargewalt und die Aula, den Sitz des volksmächtigen Centralvereins, welchem faſt die ge⸗ ſammte Bürgerſchaft und Nationalgarde angehörte. Weither kamen die Leute, um bei dieſem Centralverein Hülfe oder Schlichtung ihrer Streitigkeiten zu ſuchen. Das Volk gewöhnte ſich förmlich daran, in ihm eine Art Abhülfeinſtanz gegen Volksbedrückung und für ſonſt Alles zu ſehen. Selbſt Ehepaare erſchienen nicht ſelten, um ihre häuslichen Zwiſte ſchlichten zu laſſen.
Als daher die miniſterielle Entſchließung bekannt wurde, den Centralverein aufzuheben, ſtieg die Aufre⸗ gung aufs höchſte und die Studenten der Aula erklär⸗ ten, eher in den Straßen Wiens zu verbluten, als einen Zoll von den Errungenſchaften nachzulaſſen. Wir wollen kämpfen, hieß es, bis die Freiheit zur Wahrheit gewor⸗ den in Oeſterreich.
Es war am Abende des vierzehnten Mai. Der Cen⸗ tralverein hielt ſeine Sitzung und beſchloß einſtimmig, ſobald ein freiſinniges Wahlgeſetz an die Stelle des bis⸗ herigen getreten ſein würde, ſeine Miſſion für beendet anzuſehen und nicht mehr in die Handlungen der Re⸗ gierung einzugreifen. Sollte die Forderung eines frei⸗ ſinnigen Wahlgeſetzes nicht gewährt werden, ſo wollte man zu einer Rieſenpetition an den Kaiſer ſeine Zuflucht nehmen.


