„Es iſt das Beſte“, ſprach er,„Imre kehrt heim. An ein Studiren in der dermaligen Heidenzeit iſt ohnehin nicht zu denken. Die Herren Studenten haben es auch nicht nöthig. Sie ſind bereits in der Weisheit ſo weit vorgeſchritten, daß ſie jetzt blos noch als Weltverbeſſerer fungiren. Doch wo bleibt Etelka?“ fuhr er fort.„Ich warte bereits ſeit einer Stunde. Es wird Zeit, daß wir aufbrechen, wollen wir Brazowa noch vor Nacht erreichen.“
„Die Schweſter“, ſagte Stephan,„iſt von Janos begleitet nach der Lindenſtraße geritten, um ihrer Jugend⸗ geſpielin Jlona den langverſprochenen Beſuch abzuſtatten.“
Das Eljengeſchrei auf der Straße hatte jetzt einen ſo betäubenden Charakter angenommen, daß nur irgend etwas Außerordentliches die Gemüther in ſolchem Grade entflammen konnte. Die beiden Bardy wurden hierdurch veranlaßt, von neuem an das Fenſter zu treten. Da brauſten aus der Ferne die Eljens orkanmäßig heran. Sie erſchollen näher und näher und bald bemerkte man zwei Reiter hoch zu Roß, gefolgt von einem glänzenden Gefolge und umwogt von einer unabſehbaren Volksmenge.
Es waren der gefeierte Ludwig Koſſuth und ſein mi⸗ niſterieller College Graf Ludwig Batthyanyi, letzterer der Schönſte unter der ſchönen maghariſchen Männerwelt, wäh⸗ rend Koſſuth mehr durch ſein ausdrucksvolles, geiſtreiches, aber etwas bleiches Antlitz das Intereſſe der Menge in


