Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

19

Marianne ihr nicht rathen wollen, das Geſchenk anzunehmen.

Du ſiehſt hieraus, fuhr jetzt Frau Arnheim zu ihrem Manne fort,daß es die höchſte Zeit wird, das Mädchen aus dem Hauſe zu thun.

Arnheim ging eine Zeitlang nachſinnend auf und ab. Er konnte auf der einen Seite ſeiner Frau und ſeinen Töchtern nicht ganz Unrecht geben, wenn ſie ſich durch Bevorzugung Mariens vonſeiten des Gra⸗ fen gekränkt fühlten, gleichwohl wünſchte er auch je⸗ den Schritt zu vermeiden, welchen der Graf hätte übeldeuten können; und daß er eine plötzliche Entfer⸗ nung ſeiner Angebeteten als dergleichen feindliche Handlung betrachten mußte, lag auf der Hand. Arn⸗ heim ging daher mit ſich zu Rathe, ob hier nicht ein Mittelweg auszufinden ſei? Er ſann hin und wieder und glaubte endlich einen ſolchen gefunden zu haben.

Es iſt entſchieden, ſprach er nach längerer Pauſe,Ihr ziehet nach Roſenau, unſerm Landſitze. Die ſchöne Jahreszeit läßt einen Aufenthalt auf dem Lande nur natürlich erſcheinen. Roſenau liegt fünf Meilen von der Reſidenz. Dieſe Abgelegenheit iſt hin⸗ reichend, den Liebeserkurſionen des Grafen einen wohlthätigen Halt zu gebieten. Wenn er ſich auch