Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

16

erſten Anblicke Mariens ein reges Intereſſe kund⸗ gegeben; doch hielt ihn Beſcheidenheit ab, dem holden Mädchen näher zu treten. Die Beiden betrachteten ſich faſt nur aus der Ferne, zumal auch die Gele⸗ genheit wenig günſtig war, ſich einander näher zu treten. Ehregott hatte keine Ahnung, mit welch trau⸗ rigem Geſchicke Marie zu kämpfen, was ſie von dem Schweſternpaare zu dulden hatte; denn in ſeiner Ge⸗ genwart war man klug genug, dem Ingrimm gegen Marie nicht freien Laufzu laſſen, weil man zu gut wußte, daß ſich der junge Kandidat der angefeindeten Un⸗ ſchuld ſofort auf das Entſchiedenſte angenommen haben würde.

Sag' mal, Jeannette, frug eines Tages Arn⸗ heim ſeine Gattin,was ſagſt Du zu den faſt täg⸗ lichen Beſuchen des Grafen?

Soviel ich durchſchaue, erwiederte die Ge⸗ fragte,kommt er mehr wegen Marie als wegen unſerer Töchter. Ich finde ſein Benehmen manchmal ſelbſt rückſichtslos gegen Joſephinen und Mariannen, ja, daß ich's nur herausſage, es grenzt zuweilen an Ungezogenheit. Es ſcheint, als ob er unſer Haus und unſere Bekanntſchaft bloß benutzte, um Gelegen⸗ heit zu haben, ſeiner ſaubern Liebſchaft nachzuhängen.