Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

Papſt einen ſolchen proteſtantiſchen Renommiſten das Unrechte ſeines Benehmens fühlen laſſen. Es iſt Hochamt in der Peterskirche. Der Vater der katho⸗ liſchen Chriſtenheit ſteht am Hochaltar und breitet ſegnend ſeine Arme über die zahlreich verſammelte knieende Gemeinde. Da ſteht unter den Tauſenden, die, wie es die Sitte ihrer Kirche mit ſich bringt, auf die Kniee geſunken, ein Einziger, ein Proteſtant, in ſtolzem Selbſtgefühl ſeines proteſtantiſchen Be⸗ wußtſeins, welches von derartiger Kniebengung nichts weiß. Entweder war er wirklich geiſtig ſo beſchränkt,

daß er ſeiner Kirche etwas zu vergeben glaubte,

oder es war Renommiſterei, unter den Tauſenden in einer ſo heiligen Weiheſtunde als was apartes da⸗ zuſtehen, kurz, er bleibt ſtehen, unbedenkend, ob er durch ſein Verhalten bei den Umherknieenden Aer⸗ gerniß errege oder nicht. Man läßt ihn gewähren. Der Papſt hat die einzelne Figur bemerkt und auf wie ſchöne Art wußte er dem hoffärtigen Proteſtanten ſein Verhalten zu Gemüth zu halten. Als bald dar⸗ auf der Umzug burch die Kirche beginnt und der Vater der katholiſchen Chriſtenheit an dem Proteſtan⸗ ten vorübergeht, ſagt er zu demſelben die ſchönen Worte:Der Segen eines alten Mannes hätte Ihnen auch nichts geſchadet.