Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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Eines Tages war Joſephine von einer vorneh⸗ men Familie der Stadt zur Taufpathin eines Neu⸗ geborenen gewählt worden. Dieſe Angelegenheit brachte die ganze Familie, die ſich dadurch ſehr ge⸗ ſchmeichelt fühlte, in Alarm und war natürlich auch das Geſpräch bei Tiſche. Hauptſächlich war es die Toilette, die dem weiblichen Publikum weit mehr am Herzen lag als der heilige Taufakt ſelbſt. Joſephine mußte ein neues ſeidenes Kleid haben. Darüber

war man vollkommen einverſtanden und Papa Arn⸗

heim hatte auch ſeine Bewilligung zum Einkauf ge⸗ geben. Lange hatte Ehregott der Unterhaltung ſchwei⸗ gend zugehört, als jedoch fort und fort bei dieſer Gevatterſchaft von Nichts als nur von dem aufzu⸗ wendenden Kleiderlurus die Rede war, verließ ihn endlich die Geduld.

Wozu denn ein neues Kleid? frug er zu nicht geringer Verwunderung der Frau Arnheim und ihrer Töchter, und ſelbſt der Bankier horchte hoch auf; wenn es ſich um ein neues ſchöneres Herz handelte, wollt' ich nichts ſagen; aber warum ſolchem Lurus fröhnen bei einer ſo heiligen Handlung? Sehen Gott und Chriſtus, wenn ein Kindlein in ihr himm⸗ liſch Reich aufgenommen wird, auf goldene Spangen, Ketten, Sammt und Seide der Taufzeugen? Hat Er,