Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9

Humanität und Milde er einer gegentheiligen Anſicht entgegenzutreten pflegte, war doch, wie wir bereits geſehen haben, ein ganz anderer Mann, ſobald es ſich um ernſte, heilige Fragen des Lebens handelte. Hier war es ihm vollkommen gleichgiltig, wer ihm gegenüberſtand. Sobald der Gegner ſich einen An⸗ griff gegen das Heilige erlaubte, ſobald es galt, einen Frevler an göttlichen Dingen zurechtzuwei⸗ ſen, fuhr ein wahrhaft apoſtoliſcher Geiſt in den jun⸗ gen Mann. Seine Rede ward volltönender, gewal⸗ tiger und mit einer Ueberzeugungstreue, wie ſie nur die heilige Begeiſterung für Gott, Licht, Liebe und Wahrheit zu geben vermögen, ſchmetterte er die Widerſacher in ihr Nichts zurück Wenn man hieraus etwa ſchließen wollte, Ehregott ſei auf theologiſchem Gebiete ein finſterer, verdammungsſüchtiger Eiferer ge⸗ weſen, ſo würde man ſehr irren. Der Glaube eines Jeden war ihm heilig; ja er tadelte es als Proteſtant auf das Entſchiedenſte, daß ſich manche ſeiner Glanbensgenoſſen in katholiſchen Ländern in der verwerflichen Renvmmiſterei gefallen, bei kirchlichen Prozeſſionen denjenigen Anſtand aus den Augen zu verlieren, auf welchem jede religiöſe Handlung, wir mögen deren Form billigen oder nicht, Anſpruch hat.

Wie ſchön, pflegte er zu ſagen,hat einmal der