Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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vermeſſene Hoffnung, denſelben als Schwiegerſohn ans liebevolle Vaterherz zu drücken, aufgegeben hatte. Alſo Ehregott ward als Freund des Fidelis ohne alles Weitere und trotz aller ſauerſüßen Geſichter der beiden aufgeklärten Fräuleins zur Reſpektperſon erhoben. Er erhielt ſeinen Platz bei Tiſche nicht mehr am Ende der Tafel, ſondern unmittelbar neben dem Hausherrn, eine Auszeichnung, wie ſie in dieſer an etikettengemäße Formen gewöhnten Familie nur hoch⸗ achtbaren Gäſten zutheil wurde. Dem Ehregott, obſchon er weit entfernt war, von dieſer plötzlichen Standeserhebung irgendwie einen Mißbrauch zu machen, ward doch dadurch Gelegenheit, daß man ſeinen Worten größeren Werth beilegte und größere Aufmerkſamkeit ſchenkte, als das zeither der Fall ge⸗ weſen war. Die Folge war, daß der junge Mann, der früher in ſeiner Beſcheidenheit ziemlich ſchweig⸗ ſam am Tafelende ſaß, geſprächiger und mittheil⸗ ſamer wurde. Bald fanden auch die beiden Fräuleins vom Hauſe, daß der Herr Kandidat gar nicht ſo unangenehm ſei, daß es ihm keineswegs an Bildung fehle und daß ſie mit ihren paar eingelernten, gelehrt klingenden Brocken und Phraſen gegen ſeine gediegene Gelehrſamkeit ſchlechterdings nicht aufkommen konnten. Ehregott, wie beſcheiden ſein Auftreten und mit welcher