206
Strichelius üble Laune und brauchte er raſch Geld, ſo machte er wenig Umſtände und die Sache war bald abgethan. Hatte er jedoch Zeit, war er nicht gedrängt und guter Laune, ſo wiederholte ſich ſtets das Spiel der Katze mit der Maus.
Manchmal, namentlich wenn Strichelius in Er⸗ fahrung gebracht, daß der Wucherer irgendeine neue Schurkerei ſich hatte zu Schulden kommen laſſen, er⸗ griff er die Gelegenheit, denſelben bis aufs Blut zu peinigen, ſo daß Hornickel einmal ſelbſt im Begriff ſtand, ſein Geheimniß preiszugeben und ſeine Ratte der Oeffentlichkeit nicht länger vorzuenthalten, um nur den entſetzlichen Peiniger und Blutſauger loszu⸗ werden. Strichelius war aber viel zu klug, es auf dieſen für ihn zu gefährlichen Punkt kommen zu laſſen.
Je mehr aber der Barbier dem Wucherer Noth und Sorgen machte, deſto unbeſchwerlicher war der zweite Inhaber des Geheimniſſes, der Student Bach⸗ mann, der Verehrer ſeiner Tochter. Dieſer war in⸗ folge ſeines gegebenen Ehrenwortes nicht nur voll⸗ kommen verſchwiegen, ſondern er benutzte auch das Geheimniß im geringſten nicht, um daraus ir⸗ gendeinen Vortheil zu ziehen. Auch Bachmann war, wie Strichelius, auf ziemlich vriginelle Art und Weiſe


