Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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Ehregott, die Wahrheit dieſer Worte erkennend und dadurch wunderbar geſtärkt, reichte, wie um Verzei⸗ hung bittend, ſeinem neuen Freunde die Hand. Daß mir ſo was nicht wieder vorkommt! ſchalt Fidelis und ſeine großen blauen Augen leuch⸗ teten gar freundlich.Doch, fuhr er fort,mit trocknem Munde unterhält ſich's nicht gut. Iſt denn in dieſer blühenden Wildniß kein Glas Wein zu haben?

Die Laube gehörte einem öffentlichen Vergnü⸗ gungsgarten an und daher konnte der Wunſch des ſchönen Fremdlings bald erfüllt werden. Fidelis hatte bald eine ſchmucke Kellnerin aufgetrieben und nach wenigen Minuten flammte und duftete ein edler Scharlachberger in den grünen Römern. Fidelis entkorkte die Flaſche mit der Gewandtheit eines Weltmannes und ließ die Perlen des Rheingaues in gold'nem Strahle in die Gläſer herabfallen.

Jetzt läßt ſich's eher philoſophiren, ſprach er, mit Friedberg anſtoßend, welcher in ſeiner Beſcheiden⸗ heit ob des lururiöſen Traktaments in nicht geringes Erſtaunen gerieth. Wein war dem Unbemittelten eine der größten Seltenheiten; darum wagte er den blitzenden Römer kaum zum Munde zu führen.

Nicht genippt, wie eine Jungfrau, ſondern