Athem, und ſiehe, es währte nicht lang, als ein zweiter, himmelvoller Akkord durch die Blüten zit⸗ terte. Verwundert ſchaute Ehregott auf, ſeine Blicke ſchweiften ringsumher. Er ſtand auf und trat außer⸗ halb der Laube Ueberall war es ſtille, nirgend ein menſchliches Weſen zu erblicken. Ehregott kehrte in die Laube zurück; ſein kindlichfrommes Gemüth flü⸗ ſterte ihm den Gedanken zu: ſollte es ein Troſt von Oben ſein? Dieſer Gedanke wirkte beſeligend auf ſeine bekümmerte Seele. Ein wunderbarer Frieden kam über den Dulder. Das alte Gottvertrauen und die alte Gottergebenheit mit ihrem Segen zo⸗ gen wieder ein in das geprüfte Herz. Ehregott fal⸗ tete fromm die Hände, das Lächeln des innern Frie⸗ den umſpielte ſeinen Mund und ſo recht vom Her⸗ zen mit ſeiner ſonoren Stimme begann er:
Befiehl du deine Wege,
Und was dein Herz nur kränkt,
Der allertreuſten Pflege
Deß, der den Weltkreis lenkt,
Der Wolken, Luft und Winden
Gibt Wege Lauf und Bahn,
Der wird auch Wege finden,
Wo dein Fuß gehen kann.“ Wie beiſtimmend wand ſich abermals ein Flöten⸗ akkord durch die Blüten. Ehregott fuhr gottergeben fort:


