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Der Diplomat : Novelle / von Ludwig Storch
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als an der von hundert Hochmannsdorfen mit Töchtern und Schwiegerſöhnen.“

Reinecke folgte; doch ſprach ſein Geſicht of⸗ fenbaren Unwillen über die Denk⸗ und Hand⸗ lungsweiſe des Jünglings aus.

3.

Müllersdorf traf den Oberkellner des Bade⸗ hauſes an und befragte ſich nach der polniſchen Gräfin, welche Zimmer ſie bewohne, wann ſie gewöhnlich ausgehe und wohin, ob keiner von den fremden Herrn ſie begleite oder ihr Beſuche mache, ob ſie Muſik treibe, viel leſe, munter oder ſtill ſey? und der höfliche Kellner antwortete auf Alles mit größter Gefälligkeit, gleichſam als kenne er die Gräfin ſeit Jahren und habe ihre Lieb⸗ lingsneigungen ſtudirt. Müllersdorf wollte wie⸗ der gehen, als der Geſprächige noch beibrachte, daß er dieſen Morgen für die gnädige Comteſſe einen Wagen beſorgt habe, und dieſelbe ſich eben zur Abreiſe nach M. anſchicke, wo ſie wahrſcheinlich

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