doch durch ſie ein Menſch geworden. Ihnen aber rathe ich, auf die zweite, wahrſcheinlich noch va⸗ eante Tochter des Herrn von Hochmannsdorf zu ſpeeuliren, denn ſicherlich iſt dieſe nicht von der Gefühlskrankheit angeſteckt.“
Reinecke erwiederte lachend:„Da können Sie recht haben. Aber mögen in dieſem Hauſe die Verhältniſſe noch ſo wunderlich ſeyn, eine be⸗ ſtimmte Ordnung iſt doch darin. Und das beſtä⸗ tigt wieder meinen Lehrſatz: Das Einzelne muß dem Ganzen geopfert werden, die Ausnahme muß in der Regel untergehen. Wenn nur Ordnung und Geſetz beſtehen und— ſey aus Furcht oder Ehrfurcht— anerkannt werden, ſo iſt's gut; wie ſie beſtehen, das muß uns einerlei ſeyn. So ſcheint es, kommandirt in dieſem Hauſe der Schwiegerſohn den Vater; die Braut befehligt dem Liebhaber, ſie ſelbſt wird vielleicht von der jüngern Schweſter regiert, die ſonach das Pan⸗ toffelregiment von unten herauf über Alle aus⸗ übt, und doch herrſcht ſcheinbar der Vater; denn er hat die ausübende Gewalt in den Händen: das Geld, und Alle ſind hinſichtlich deſſen an


