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Der Diplomat : Novelle / von Ludwig Storch
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„das hätt' ich über dem Plaudern ſchier vergeſ⸗ ſen. Ei, ei, wie werden die Kinder böſe ſehn! Nun auf baldiges Wiederſehen, Ihr lieben Her⸗ ren!“ Mit langen Sätzen eilte er in's Haus.

Lachend brach nun Müllersdorf heraus:„D Narrheit und kein Ende! und doch in dieſer Narrheit, Verſchrobenheit und Verkehrtheit ein friſcher Lebenskern durchſchimmernd, eine unver⸗ dorbene, biedre Natur, ein Herz ohne Falſch. Das Bild ging gut und ſchön aus des Schöpfers Hand hervor, die Menſchen haben es aber mit ihrem Schmutz überzogen und ſchier unkenntlich gemacht.“

„Der Mann hat allerdings viel Abgeſchmack⸗ tes und Lächerliches an ſich,“ ſagte Reinecke, „aber ſelbſt das, was Sie den Schmutz der Men⸗ ſchen nennen, iſt keineswegs ſo ſchlimm, als Sie es ſchildern. Als Edelmann hat Herr von Hoch⸗ mannsdorf ſehr viel Ehrwürdiges für mich. Ich möchte jetzt nicht den Streit wieder aufgreifen; denn ich habe mich überzengt, daß Sie, wie mir Ihr Herr Vater ſchreibt, von ganz falſchen Grund⸗ principien erfüllt ſind. Sie ſcheinen viel Sinn