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Der Diplomat : Novelle / von Ludwig Storch
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feſt, aber ihre reizenden Geſichter, ihr herrlicher Wuchs, die Grazie ihrer Bewegungen feſſelten ſie vollends ganz, und ließen ihn ſelbſt die Schön⸗ heit der Gegend auf Augenblicke vergeſſen. Ir⸗ gend ein Entzücken verkündender Ausruf Mül⸗ lersdorfs lockte Reinecke ebenfalls an's Fenſter, doch kaum hatte er die Damen erblickt, als ſein Auge mit jenem argwöhniſchen lauernden Aus⸗ druck, den es unbelauſcht anzunehmen pflegte, an dem freudeverklärten Geſichte ſeines neuen Freun⸗ des hing, und in die Züge ſeines eignen Geſichtes ſich eine gewiſſe Vitterkeit miſchte, die einen ſtar⸗ ken Kontraſt zu dem ſüßen Lächeln des Andern bildete. Reinecke wandte ſich ab, um ſeine Toi⸗ lette zu vollenden, Müllersdorf aber blieb am Fenſter, bis die Damen in's Haus getreten wa⸗ ren, jeden ihrer Schritte mit ſtrahlendem Auge verfolgend.

Wahrhaftig! rief er dann zu Reinecke ge⸗ wendet,dieſer junoniſchen Geſtalten wegen al⸗ lein ſchon dank' ich es dem Geſchicke oder viel⸗ mehr der diplomatiſchen Geheimnißkrämerei, daß ſie mich nach Bad L. geführt hat, das Vergnü⸗

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