Teil eines Werkes 
4. Supplement-Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : 3. Theil (1864)
Entstehung
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letzte Mal zum Walde. Euer Kindlein iſt geneſen, wird ſein Bettchen verlaſſen und bald wieder tanzen und ſpringen, wie zuvor.

O, bleib' bei uns, verlaß uns nicht, bat die Mutter.

Ich muß Euch verlaſſen, ſprach mit ſanfter

Trauer Gabriele,der Vater hat mir ſagen laſſen, daß er meiner bedarf, daß ich zu ihm kommen ſoll. Doch, fügte ſie mit ſeligem Lächeln hinzu, wir ſehen uns einſt wieder. Wird das eine Freude ſein, wenn ich einſt Roſa ſo hieß das kleine Mädchen bei mir haben werde.

Aber, klagte die Mutter,wo ſoll ich eine ſo liebevolle Pflegerin für meine Kinder finden? Ihr müßt die frühere Wärterin wieder in Dienſt nehmen, ſagte Gabriele,ſie iſt wachſam und gut. Glaubt mir, die gute Marthe trug nicht Schuld an dem Unglück Eures Kindleins. Sein Engel hatte es verlaſſen. Erfüllt darum meine Bitte, nehmt die brave Marthe wieder an; ſie wird nach dem großen Unglück um ſo vorſichtiger mit Roſa umgehen. Euer Kindlein wird von nun an keinen Schaden mehr leiden, da Gott ihm einen ſchützenden Engel ſenden wird.

Die Mutter ward durch dieſe Worte ſo ergriffen, daß ſie das Zimmer verließ, um ihre Thränen zu verbergen. Als ſie nach einiger Zeit zurückkam, war Gabriele vor übergroßer Ermüdung, denn ſie hatte heute ſehr tief in den Wald gehen müſſen, um die gewünſchten Kräuter zu finden, ſanft in Schlum⸗ mer geſunken. Das Lämpchen warf nur einen trüben Schein, ſo daß es dunkel im Zimmer war. Gabriele ſchien zu träumen. Da bemerkte die Mutter, daß von Zeit zu Zeit ein goldener Stern auf der Stirn des Mädchens ſchimmerte.